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Stadtbahn nach Volkmarode

Braunschweig, 22. Juni 2018 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger kamen zum dritten Bürgerworkshop für die künftige Erweiterung der Stadtbahnlinie 3 nach Volkmarode-Nord. (Foto: Verkehrs-GmbH)

Eine der geplanten Trassenvarianten sei maßgeblich durch die Bürger und ihre Hinweise mitgeprägt worden, kündigte Jörg Reincke gleich zu Beginn an. Der Geschäftsführer der Braunschweiger Verkehrs-GmbH begrüßte am Mittwochabend in der IGS Volkmarode rund 100 Besucher zum 3. Bürgerworkshop für die künftige Erweiterung der Stadtbahnlinie 3 nach Volkmarode-Nord. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass sich die Bürger am Ende mit klarer Mehrheit für genau diese Planungsvariante entscheiden würden.

Ihren Namen hatte die Streckenoption 1.3 bei den Bürgern schnell weg: die „englische Variante“. Grund dafür ist die ungewöhnliche und für Braunschweig völlig neuartige Führung. Aus der vom Wohngebiet Volkmarode-Nord kommenden  Freihaltetrasse biegt die Bahn bei dieser Version stadteinwärts auf die Berliner Straße ein. Dort wird sie auf einen gesonderten Bahnkörper südlich der viel befahrenen Verkehrsader geleitet - und fährt somit quasi im Linksverkehr gen Stadtzentrum.

Die Teilnehmer diskutierten über die Trassenführung. (Foto: Verkehrs-GmbH)

Die Vorteile dieser Variante hatte Teilprojektleiterin Elke Rasch-Schulz dem Publikum bereits zuvor in einer Präsentation erläutert. Eine für Autos nicht zu befahrene Mitteltrasse auf der Berliner Straße entfällt dabei. Die Bahn verkehrt stadteinwärts unabhängig vom Straßenverkehr und passiert kaum Grundstückszufahrten. Die Haltestellen befinden sich zwischen den Gleisen. Reincke erklärte einigen Bürgern in der späteren Gruppenarbeitsphase, dass er sich informiert habe, wo es in Deutschland eine ähnliche Trassenführung gebe. Ergebnis: in Kassel. „Ich habe mich mit dem dortigen Betriebsleiter ausgetauscht. Dort läuft seit Jahren alles problemlos“, sagte er. In der Bewertungsmatrix der Experten von Stadt und Verkehrs GmbH hat die Variante ebenfalls die meisten Punkte bekommen.

Bei den Varianten 1.1 und 1.2 gibt es jeweils eine nur der Stadtbahn vorbehaltene Mitteltrasse. Auf den daneben liegenden Fahrstreifen mit einer Regelbreite von jeweils 3,50 Meter wäre hinter langsam verkehrenden Müll- oder Straßenreinigungsfahrzeugen oder im Fall von Unfällen oder Pannen das Verkehrschaos vorprogrammiert. Eine Fahrbahnbreite von 5 Meter in jede Richtung ist für die Fachplaner bei der Berliner Straße daher das Minimum. Folge: Die Stadt müsste für den Bau teilweise in Anliegergrundstücke eingreifen. Genau dagegen hatten sich die Bürger bei früheren Workshops stets ausgesprochen. Die Konsequenz: so gut wie keine Zustimmung der Bürger zu diesen beiden Trassenvarianten. Stattdessen bewerteten mehr als drei Viertel aller Teilnehmer die Variante 1.3 positiv.

Ob das linksseitige Fahren der Bahnen auch in der Freihaltetrasse bis zur Wendeschleife fortgesetzt würde oder ob die Gleise im Bereich des Remenhofs noch einmal kreuzen, ist noch offen. Wo genau die Wendeschleife gebaut werden soll, darüber diskutierten die Bürger an dem Abend auch noch einmal intensiv. Einige Anwohner sprachen sich aus Lärmschutzgründen für Variante 2.1 aus, bei der die Wendeschleife weiter nördlich auf einer noch zu erwerbenden Grünfläche gebaut würde. Besser bewerteten die Bürger jedoch die auch von der Verkehrs GmbH favorisierte Variante 2.2. Hier wird die Schleife näher am geplanten Marktplatz errichtet. Das senkt Länge der Strecke, Wendezeit und Baukosten. Häufig wurde bei dieser Variante auch noch einmal der Wunsch geäußert zu prüfen, ob die Haltestelle weiter weg von der Kreuzung in Richtung Marktplatz verschoben werden kann.

Werden die Haltstellen groß genug für die künftigen Schülermengen sein? Wird es Rasengleise geben? Wo werden die Leitungsmasten platziert? Die Antworten auf solche Fragen interessierten die Bürger genauso wie die Themenfelder Schallschutz, Flächenbedarf oder Schulwegsicherheit. Klaus Benscheidt als Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr sowie Projektmanager Albrecht Curland machten zum Ende aber noch einmal deutlich, dass die eigentliche (Detail-)Planung erst im nächsten Jahr nach dem Ratsbeschluss erfolge. Beide bedankten sich bei den Bürgern für deren Engagement in dem Beteiligungsprojekt. Und diese bewerteten die Organisation der Workshops vor dem Verlassen des Schulgebäudes fast durchweg positiv.

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